Die erste Versammlung


Bei der konstitutiven Mitgliederversammlung, der ersten Tagung des obersten Organs des ZDF am 5. Juni 1950, konnte Präsident Fasler dann erklären, dass die Gründung des Zentralverbands der Deutschen Filmtheater e.V. endgültig beschlossen und vollzogen sei. Inzwischen waren alle Landesverbände dem ZDF beigetreten, der Berliner Vertreter allerdings war wegen des Berliner Viermächtestatus' vorerst nur als Gast anwesend. Die Aufteilung in viele kleine Regionalverbände, die sich erst im Laufe der Jahre durch Zusammenschlüsse vergrößern sollten, spiegelte die politische Situation bei ihrer Gründung wider. Diese Verbände waren: Nordrhein-Westfalen, Bayern, Niedersachsen, Hessen, Schleswig-Holstein, Rheinland, Rheinhessen, Pfalz, Baden, Württemberg-Baden, Württemberg-Hohenzollern und Südbaden, Hamburg, Enclave Bremen sowie ein Verband der Wanderfilmtheater. Damit repräsentierte der Zentralverband rund 4000 Kinos.

Das Schwarzwaldmädel

"Das Schwarzwaldmädel", BRD 1950, R.: Hans Deppe - der erste deutsche Nachkriegsfarbfilm begründete die Heimatfilmwelle


Wichtigstes Thema der Versammlung waren - und blieben - die Bezugsbedingungen für Filme. Ein umfangreiches Memorandum des ZDF forderte zunächst die ebenfalls in Wiesbaden ansässige "Spitzenorganisation der Filmwirtschaft" (SPIO), die im Januar 1950 aus dem "Arbeitsausschuss der Filmwirtschaft" hervorgegangen war, zur paritätischen Behandlung aller in ihr vertretenen Sparten auf und die Verleiher zu gegenseitigen Absprachen der Bezugsbedingungen statt einseitiger Festsetzungen durch den Verleih. Weitere Kritik des ZDF galt der Höhe der Filmmieten - für die damals noch der Begriff "Leihmieten" üblich war - sowie dem Blind- und Blockbuchen, bei dem Kinobesitzer im voraus ihnen unbekannte Filme oder ganze Staffeln eines Verleihs buchen mussten. Statt einer Höchstfilmmietenregelung von 43 Prozent des Kartenverkaufs forderte der ZDF eine Richtpreisbildung zwischen 30 und 40 Prozent. Die Verhandlungen mit dem Verband der Filmverleiher, der zeitgleich seine Mitgliederversammlung abhielt, blieb freilich zunächst ergebnislos. Erst im Oktober einigte man sich in einer Kommission der SPIO auf einheitliche Bezugsbedingungen, die immerhin alle Verleiher anwenden wollten.

 

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