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Freddy, die Gitarre und das Meer


"Freddy, die Gitarre und das Meer", Deutschland 1959, R.:Wolfgang Schleif


So setzten sich die Kinobesitzer-Klagen über das Gebaren der Verleiher in den folgenden Jahren fort. Die innerhalb der SPIO ausgehandelten Bezugsbedingungen stellten natürlich - schon aus kartellrechtlichen Gründen - immer nur einen Rahmen dar, weshalb es auch 1953 wieder Anlass zu Querelen gab. Einzelne Verleiher hatten wieder neue, eigene Bezugsbedingungen ausgearbeitet, von deren Anwendung besonders kleine und mittlere Betriebe betroffen waren. Allgemein herrschte die Meinung, dass die Verleiher mit Erstaufführern sehr viel pfleglicher umgingen als mit Nachspielern. Auf einer Arbeitstagung des ZDF im Juli 1953 fiel dann sogar - gemünzt auf das als schon diktatorisch empfundene Auftreten der stärksten Verleiher - das sarkastische Wort von der "Mussolini-Gruppe". Immerhin konnte der ZDF durchsetzen, dass Änderungen gegenüber den SPIO-Bezugsbedingungen, die manche Verleiher vornahmen, nicht auf der Rückseite der Bestellscheine im Kleingedruckten versteckt wurden, sondern auf der Vorderseite zu erscheinen hatten. Reibungspunkte mit den Verleihern ergaben sich mit schöner Mühelosigkeit. So waren etwa 1954 nicht nur die ökonomischen Bedingungen des Leihvorgangs strittig, sondern auch seine physische Durchführung: der von den Verleihern präferierte Bahntransport war für die Kinobesitzer, die nicht nur die Transportkosten, sondern auch die Transportversicherung zu zahlen hatten, oft doppelt so teuer wie der Lastwagentransport, was besonders kleine, mittlere und ländliche Kinobesitzer traf.

 

 

 

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