Hollywood-Konkurrenz  
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Eine andere Grundsatz-Diskussion entbrannte Anfang der fünfziger Jahre um die Stärkung der deutschen Spielfilmproduktion. Besonders US-amerikanische Produzenten und Verleiher nutzten mit Importen den Umstand, dass die Alliierten die ehemalige NS-Filmindustrie zerschlagen hatten, auf dem Verbot vertikaler Konzentration bestanden und dass die deutsche Filmproduktion am Boden lag. Einheimische Produzenten und Verleiher verfügten daher anfangs über wenig Kapital und konnten mit Qualität und Umfang der US-Produktion nicht mithalten. Die Position des Verbands war, zur Stärkung der deutschen Filmbranche zwar auch weniger publikumswirksame deutsche Spielfilme buchen zu wollen, aber nur bei einem entsprechenden Entgegenkommen der Verleiher, das heißt bei geringerer Filmmiete. Eine Kontingentierung der Einfuhr ausländischer und potentiell umsatzstärkerer Filme, wie sie deutsche Produzenten und Verleiher forderten, lehnte der ZDF 1950 ab. Immerhin ließ sich vom 29. September bis zum 5. Oktober eine "Woche des Deutschen Films" organisieren, in der die große Mehrzahl der Filmtheater nur deutsche Produktionen zeigte, wobei die Verleiher die Aktion durch reduzierte Filmmieten stützten.

 

  Über den Dächern von Nizza Gerahmtes, gemaltes Großplakat für "Über den Dächern von Nizza", USA 1956, R.: Alfred Hitchcock  

 

 

 

 

 

       

 

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