Vergnügungssteuer - Kampf  
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Auseinandersetzungen gab es für den ZDF mit dem Bund auch auf dem Gebiet der Umsatzsteuer. Besonders stark belastete die Kinobetreiber in den fünfziger Jahren aber die Vergnügungssteuer der Kommunen, für die allerdings alle Länder ihre eigenen Rahmenbedingungen setzten. Den eigentlichen Vergnügungssteuerkampf trugen daher die Landesverbände aus, die der ZDF koordinierend unterstützte. Mit der Absicht einer bundeseinheitlichen Regelung der Vergnügungssteuer hatte der ZDF im Juni 1952 noch einen Mustergesetzentwurf an die Länder geschickt, drei Jahre später jedoch schien dem Dachverband eine bundeseinheitliche Regelung angesichts der zu stark divergierenden Länderinteressen illusorisch. Zudem herrschte bei vielen Gemeinden die Tendenz, die durch die Empfehlung der Kommunalen Spitzenverbände gefördert

  Demonstration vor dem Niedersächsischen Landtag am 28.2.1951

Demonstration vor dem Niedersächsischen Landtag am 28.2.1951 Demonstration vor dem Niedersächsischen Landtag am 28.2.1951

 

 

Karikatur

         
 
Die Sünderin
"Die Sünderin", BRD 1951, R.: Willi Forst
 
         
  wurde, einen einmal festgeschriebenen Vergnügungssteuerhöchstsatz auch anzuwenden, wobei den Kommunen Spitzensätze von 40 Prozent durchaus denkbar schienen. Die Hoffnung sank, dass ein Bruttosatz von 20 Prozent bei einer bundeseinheitlichen Regelung überhaupt unterschritten werden könnte. Eine Form der Unterstützung besonders bedrängter Landesverbände durch den ZDF bestand darin, den "Vergnügungssteuerkampf" finanziell zu unterstützen, was seit 1953 geschah. Da   die Vergnügungssteuer vom Bruttoumsatz abgezogen wurde, hatten alle Sparten Grund, fortgesetzt gegen ihre Höhe zu protestieren. Zwar sanken die durchschnittlichen Vergnügungssteuersätze von 25 Prozent im Jahre 1946 auf 15 Prozent im Jahre 1957, aber trotzdem konnten die Gemeinden wegen der gestiegenen Besucherzahlen ihr Vergnügungssteueraufkommen im selben Zeitraum beinahe verdoppeln, von 82,5 stieg es auf 152,5 Millionen DM.  
       

 

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