Gemeinsam durch die Krise  
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So gab es auf der Jahresmitgliederver-
sammlung am 24. Mai 1960 in Wiesbaden wieder einen Grund zu feiern: der ZDF war zehn Jahre alt geworden, und trotz der Krise der Filmwirtschaft herrschte erneut Einigkeit. Dem ZDF-Präsidenten Theile lag im Kampf gegen das Fernsehen immer am Schulterschluss mit Verleihern und Produzenten, die von der Krise ähnlich

 

betroffen schienen wie die Kinobranche. Und nun machte sich sogar der Bayerische Verband für die Kooperation mit den Nachbarsparten und die Zusammenarbeit innerhalb der SPIO stark, indem er eine "Bundesversammlung der Filmwirtschaft" im Rahmen der SPIO forderte - eine Idee, die vom ganzen ZDF-Präsidium unterstützt wurde, sich aber nie realisieren ließ.

 

 

 

Kennwort: Reiher
"Kennwort: Reiher", BRD 1963, R.: Rudolf Jugert

 
  Sicherlich war die Krise, in der sich die Kinobranche seit Ende der fünfziger Jahre befand, schwerwiegend, sie traf aber nicht alle Kinobesitzer gleich hart. In Wirtschaftswunder-Zeiten hatten viele ursprünglich Branchenfremde ihre Gewinne in Kinos investiert - auch noch in den Jahren des Besucherrückgangs -, so dass neben die altgedienten Kinobetreiber etliche Kleinunternehmer und Mittelständler getreten waren, die vom Kinoboom profitieren wollten. Viele Metzger, Bäcker, Schausteller, Gastwirte
  oder Hoteliers sahen ihre Kinoinvestitionen sicher als ein zusätzliches Standbein an, aber lebensnotwendig waren ihnen die Filmtheater nicht. So lösten denn auch 1964 nicht Besucherrückgang und Kinosterben selbst die schwerste Krise in der Geschichte des ZDF aus. Es waren vielmehr die Bemühungen des Bundes, der leidenden Filmwirtschaft per Gesetz aus ihrer Misere zu helfen, die den Zentralverband - vorübergehend - zerbrechen ließen.  
       

 

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