Kurswechsel  
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Diese verschärfte Linie, auf die verschiedene Landesverbände, darunter der nordrhein-westfälische und der Berliner, den ZDF gebracht hatten, zeitigte auch personelle Konsequenzen: Der sechzigjährige moderate Präsident Theile erklärte, nach zwölf Jahren - in denen er dreimal auch SPIO-Präsident gewesen sei - nun aus dem Präsidium ausscheiden zu wollen. Die Jahresmitgliederversammlung

 

machte ihn zum Ehrenpräsidenten, zum Präsidenten wählte das neue fünfköpfige Präsidium Helmut Dichtel aus Korntal bei Stuttgart. Und die Mitglieder setzten eine Kommission für das Filmförderungsgesetz ein, auch Filmplankommission genannt, der Dr. Wolfram Engelbrecht, Johannes Kalbfell, Klaus Scepanik, Robert Backheuer und Hans Kahlert angehörten.

 

 

 

 
Helmut Dichtel
Helmut Dichtel, Präsident des ZDF von 1963-1964
         
  Diese Kommission erhielt am 11. Juli 1963 Generalvollmacht von den Mitgliedern. Der Berliner Antrag, der ZDF solle aus der SPIO austreten, wurde abgelehnt, hatte die SPIO doch noch zwei Tage zuvor Schützenhilfe geleistet und einen gerechten Wettbewerb zwischen Film und Fernsehen gefordert, was die schnelle Beseitigung der Vergnügungssteuer
  ebenso einschloss wie eine Beschränkung der Ausstrahlung von Kinofilmen im Fernsehen - am 1. April 1963 hatte nun auch noch das Zweite Deutsche Fernsehen als weitere öffentlich-rechtliche Medienkonkurrenz den Sendebetrieb aufgenommen, dabei obendrein das Kürzel des ZDF usurpierend.  
       

 

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