FÜHRUNGSWECHSEL  
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  Auf der Wiesbadener Jahresmitglieder-versammlung am 9. und 10. Juni 1964 zog Präsident Helmut Dichtel aus den Querelen um den SPIO-Kompromiss, den er selbst befürwortete, die Konsequenz, sich nicht zur Wiederwahl zu stellen. Statt seiner wurde Dr. Wolfram Engelbrecht Präsident des ZDF.   Der kulturpolitische Ausschuss des Bundestags hatte das Filmhilfegesetz im Mai zum zweiten Mal verabschiedet, und am 26. Juni sollte es in zweiter und dritter Lesung durch den Bundestag gehen. Dr. Martin hatte der Filmgesetzkommission des ZDF zwar zugesagt, sich für eine Senkung der Abgabe auf vier Prozent des Karten-Umsatzes einzusetzen, dies aber davon abhängig gemacht, dass die Fernsehabgabe von 40.000 Mark pro Spielfilm tatsächlich zustande käme, was angesichts des Widerstands der SPD-Fraktion unwahrscheinlich schien. Die Jahresmitgliederversammlung verabschiedete darum eine per Telegramm an die Bundestagsfraktionen gerichtete Protestresolution, die die Kritik des ZDF noch einmal zusammenfasste. Bei einer Abgabe von fünf Prozent verlören die Filmtheater ein Viertel ihrer Gewinne und eine gesetzlich verankerte Selbsthilfe der Filmwirtschaft verdiene ihren Namen nur dann, wenn sie nicht gegen den einmütigen Willen der Filmtheaterbranche durchgesetzt werde. Die zwangsweise Heranziehung der Filmtheater zugunsten der Produzenten, die ihre Gewinne zur freien Verfügung behielten, sei unzumutbar.  

 

 

   
Dr. Wolfram Engelbrecht
Dr. Wolfram Engelbrecht, 1964 Präsident des ZDF, 1965-1973 Präsident des HDF
       

 

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