Goldene Leinwände  
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Da sich die Kinos in den Sechzigern nicht mehr wie von selbst mit Besuchern füllten, hatte die Eigenwerbung an Bedeutung gewonnen. Es war Backheuer, der im September 1963 - damals in seiner Funktion als Geschäftsführer des Landesverbandes Nordrhein-Westfalen -, im Zentralverband angeregt hatte, einen Filmpreis mit dem Titel "Goldene Leinwand" zu schaffen, den die publikumsträchtigsten Filme erhalten sollten. Hans Hubert Pesch, seinerzeit Öffentlichkeitsbeauftragter des ZDF, arbeitete die Details aus. Am 11. Dezember 1963 stiftete der ZDF zusammen mit Film-Echo/Filmwoche (die

 

beiden Zeitschriften hatten im Februar 1962 fusioniert, 1960 war die Fusion von Filmwoche und Der neue Film vorausgegangen), einen Preis für "programmfüllende Filme", die in einem Zeitraum von höchstens fünf Monaten drei Millionen Besucher erreichten. Grundsätzlich sollten die Trophäen-Leinwände, deren Herstellungspreis bei 250 Mark lag - eine Sonderumlage der ZDF-Mitglieder sorgte für zwei Drittel des Etats -, anlässlich von Filmpremieren der jeweiligen Verleiher in Kinos vor Publikum erfolgen, mit anschließender Pressekonferenz.

 

 

 

Helmut Dichtel und Hubert Kristen
ZDF-Präsident Helmut Dichtel, links, überreicht Hubert Kristen von der Constantin für "Der
Schatz im Silbersee" 1964 die erste Goldene Leinwand

 
  "Man geht wieder ins Kino!" lautete das Motto der Aktion, und die ersten Goldenen Leinwände erhielten im Foyer des Münchener Mathäser-Filmpalastes am 22. Januar 1964 "Der Schatz im Silbersee" im Verleih der Constantin und am folgenden Tag "Kohlhiesels Töchter" im Verleih der Nora. Im Erfolg herrschte erklärliche
  Einigkeit zwischen Verleihern und Kinobesitzern, Ausgezeichneten und Auszeichnenden. Die Idee, die Popularität der erfolgreichsten Filme zur Eigenwerbung für das Medium zu nutzen, schlug ein. Bis heute erhielten mehr als 250 Filme Goldene Leinwände.  
       

 

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