Sexfilmförderung  
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Kritiker aus den Reihen des Neuen Deutschen Films hatten an der ersten Fassung des Gesetzes vor allem eines bemängelt: den vornehmlich wirtschaftlichen Charakter der sogenannten Referenzfilmförderung. Grundsätzlich erhielt seit dem 1. Januar 1968 jeder Produzent, der mit seinem Film in den zwei Jahren seit der Uraufführung Bruttoverleiheinnahmen von mindestens 500.000 Mark erzielt hatte, eine Förderung von 150.000 Mark. Bei den von der Filmbewertungsstelle Wiesbaden (FBW) ausgezeichneten Filmen, sogenannten Prädikatsfilmen, genügten 300.000 Mark Verleiheinnahmen, wobei drei "besonders wertvolle" Filme auch diese Grenze unterschreiten durften. Prädikatsfilme und auch "gute Unterhaltungsfilme", wie es im Gesetz hieß, konnten von der Filmförderungsanstalt (FFA) zudem eine weitere, Zusatzbetrag genannte Förderung in Höhe von 250.000 Mark erhalten. Gefördert wurde damit vor allem der wirtschaftliche Erfolg, und den hatten deutsche Filme im Kino zu jener Zeit nicht zuletzt mit Sexthemen, die aus Gründen des Jugendschutzes dem schärfsten Konkurrenten Fernsehen verwehrt waren. Eine Reihe von fünf Oswalt Kolle-Aufklärungsfilmen zum Beispiel schien Ende der sechziger, Anfang der siebziger Jahre auf Goldene Leinwände geradezu abonniert zu sein.

  Oswalt Kolle
Plakat zu "Oswalt Kolle: Dein Mann - das unbekannte Wesen", BRD 1969, R.: Werner M. Lenz
 

 

 

 
Oswalt Kolle
"Oswalt Kolle: Das Wunder der Liebe", BRD 1967, R.: Franz Josef Gottlieb
       

 

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