Niveaukritik  
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Ein Neuer Deutscher Film, wie er den Unterzeichnern des Oberhausener Manifests 1962 vorgeschwebt hatte, war das nicht, aber solche Themen brachten den Filmtheatern volle Kassen - und den Produzenten Referenzfilmförderung. HDF-Präsident Dr. Engelbrecht fand für die Haltung des Verbands 1969 die Formel: Opas Kino wird überleben, muss sich aber verändern. Und bei der jährlichen Mitgliederversammlung anlässlich der Berliner Filmfestspiele am 30. Juni 1970 hatte sich die ganze Filmbranche wieder

 
Schachtelkino
Schachtelkino in den 70er Jahren
 

 

 

           
 
Schachtelkino
Typisches Kino in den 70er Jahren
  scharfer Kritik zu erwehren, die auch von Seiten des Fernsehens selbst kam. Der Intendant des Zweiten Deutschen Fernsehens, Prof. Karl Holzamer erklärte dem HDF, dass angesichts der Themen "aus den Randgebieten menschlicher Existenz", angesichts von Sex und Horror in den Filmtheatern das Fernsehen sich des familiengerechten Unterhaltungsfilms einfach annehmen müsse. Eine Verkehrung von Ursache und Wirkung, wie Dr. Engelbrecht mit einigem Recht konstatierte, denn die Zahl von Spielfilmen im Fernsehen    
           
  erreichte jährlich neue Rekorde, 1970 waren es bereits 637. Was die Novelle des Filmförderungsgesetzes anging, forderte die Mitgliederversammlung 1970, den Interessen der "schweigenden Mehrheit" und nicht denen einer "dünnen intellektuellen Oberschicht" Rechnung zu tragen. Der HDF votiere hinsichtlich der Verteilung der FFA-Gelder entschieden für den guten Unterhaltungsfilm. Bei der Ablehnung minderwertiger Filme solle man einen strengeren Maßstab anlegen, aber zu einer weiteren Bevorzugung "kinoungeeigneter Experimente" dürfe die Novelle nicht führen.  
Schachtelkino
Schachtelkino der Siebziger
   
       

 

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