Kurswechsel  
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Die Novelle ging am 13. Dezember 1973 in zweiter und dritter Lesung mit den Stimmen der sozial-liberalen Regierungskoalition und gegen die Stimmen der CDU/CSU durch den Bundestag, wobei tatsächlich die Erweiterung der FFA-Gremien durch "progressive Kräfte" vorgesehen war; auch die Fernsehabgabe hatte der Wirtschaftsausschuss des Bundestages gestrichen - denn es lagen Entwürfe für ein Film-Fernseh-Abkommen vor. Mit einem offenen Brief vom 10. Dezember hatte HDF-Vizepräsident Helmut Woeller im Namen des HDF-Beirats die Änderungen des Gesetzentwurfs, die im Sinne von

  Kluge und im Sinne des Fernsehens waren, noch verhindern wollen. Das Gesetz verhinderte dieser offene Brief nicht mehr, aber er lieferte dem düpierten Präsidenten des HDF den Anlass zum Rücktritt: mit Schreiben vom 13. Dezember 1973 legte Dr. Engelbrecht sein Amt nieder. Eine Woche später billigte der HDF-Beirat noch einmal ausdrücklich und einstimmig den scharf formulierten offenen Brief Woellers, der als Vizepräsident satzungsgemäß das Amt des Präsidenten übernahm. Zum neuen Vizepräsidenten wählte der Beirat, ebenfalls einstimmig, den Kieler Klaus Scepanik.
 

 

 

           
 
Der Fussgänger
"Der Fussgänger", BRD/Schweiz 1972, R.: Maximilian Schell
   
           
  Das Zweite Gesetz zur Änderung des Filmförderungsgesetzes trat am 3. März 1974 in Kraft, nachdem es Bundesrat, Vermittlungsausschuss, Bundestag und wieder den Bundesrat passiert hatte. Die Hoffnungen des HDF beschränkten sich nun darauf, durch die Arbeit in den Gremien der FFA auf eine aus seiner Sicht einzig verfassungskonforme Auslegung des Gesetzes als Selbsthilfe- und Wirtschaftsförderungsgesetz hinzuwirken. Angesichts der Tatsache, dass die Vertreter der filmwirtschaftlichen   Verbände, die die SPIO bildeten, in den FFA-Gremien in der Minderheit waren, schien dies jedoch schwierig. Das erste Film-Fernseh-Abkommen zwischen FFA und ARD/ZDF, mit dem die Fernsehanstalten ihre Freiheit von einer Abgabe von 20.000 Mark pro ausgestrahltem Spielfilm erkauft hatten, trat am 4. November 1974 in Kraft. Danach zahlten die Fernsehsender jährlich eine Million Mark direkt an die FFA und verpflichteten sich, weitere 10 Millionen Mark für Gemeinschaftsproduktionen und Projektförderung bereitzustellen.    
       

 

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