Das Pornoproblem  
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Nicht nur Wirtschaftsförderungs-, sondern auch Strafgesetze tangierten die ganze Filmbranche und damit den HDF in den siebziger Jahren. Das Gesetz über die Verbreitung jugendgefährdender Schriften hatte zunächst die Werbung für entsprechende Filme völlig verboten, bis der Bundesgerichtshof im Juni 1975 die Regelung zumindest für FSK-freigegebene Filme aufhob; ein noch grundsätzlicheres Hindernis stellte der Paragraph 184 des Strafgesetzbuchs, dessen Neufassung Ende Januar 1975 in Kraft trat, für die Kinos dar. In Absatz 1 Ziffer 7 wurde die öffentliche Vorführung pornographischer

  Schulmädchen-Report
"Schulmädchen-Report - 5. Teil: Was Eltern wissen sollten", BRD 1973, R.: Walter Boos, Ernst Hofbauer
 

 

 

           
  Hurra, die Schwedinnen sind da
Verleihwerbung auf dem Titel von Film-Echo/Filmwoche, 1978
  Filme unter Strafe gestellt - nach dem Willen des Vermittlungsausschusses allerdings nur dann, wenn das dafür bezahlte Entgelt "ganz oder überwiegend für diese Vorführung verlangt" wurde. Filmtheater schienen damit zunächst gegenüber Bars oder Gaststätten benachteiligt. Zuerst zogen die sogenannten PAM-Kinos daraus die Konsequenz, zu den Vorführungen pornographischer Filme Spirituosen anzubieten. Erst eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 17. Januar 1978, das "Entgelt-Klausel" und "Nebenleistung" im Paragraphen 184 bestätigte, sorgte für eine gewisse Rechtsklarheit, wenngleich ein Urteil des Bundesgerichtshofs vom 18. Juli 1979 den zuvor oft üblichen Verkauf von Schallplatten oder Heften als "Nebenleistung" wieder verbot.    
       

 

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