Realistische Interessenpolitik  
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Das zweite Film-Fernseh-Abkommen mit ARD und ZDF schloss die FFA, zu deren Verhandlungsdelegation HDF-Präsident Strate gehörte, am 8. Juli 1980 ab. Dabei wurde aus der alten Achter- eine Zehnerkommission. Die direkten Zuwendungen der Fernsehanstalten an die FFA verdreifachten sich auf jährlich mehr als drei Millionen Mark, und mit einem deutlich gestiegenen Volumen für Gemeinschaftsproduktionen ergaben sich nun jährlich insgesamt etwa 16 Millionen an Filmförderung durchs Fernsehen.

   

 

 

Die Mittel, die der FFA insgesamt zur Verfügung standen, erhöhten sich von jährlich durchschnittlich unter 20 Millionen in den Siebzigern auf mehr als 40 Millionen in den Achtzigern, wobei natürlich auch der Löwenanteil der Kinos, der durch die Umsatzabgabe zustande kam, beträchtlich gestiegen war: zahlten Filmtheater und Verleiher im Durchschnitt der siebziger Jahre jährlich noch 17 Millionen an die FFA, waren es bis Mitte der achtziger Jahre im Schnitt fast 30 Millionen.
           
 
Christiane F.
"Christiane F.: Wir Kinder vom Bahnhof Zoo", BRD 1981, R.: Uli Edel
   
           
  In der Mitgliederversammlung vom 25. Juni 1981 konnte Strate bereits bilanzieren, dass die mittelfristig gesteckten Ziele im Hinblick auf die Arbeit in der FFA erreicht seien. Die "realistische Interessenpolitik" des HDF hatte die Grundprobleme des Gesetzes freilich nicht beheben können. Während deutsche Filme 1979 aufgrund von Einzelerfolgen wie Schlöndorffs "Die Blechtrommel" oder Fassbinders "Die Ehe der Maria Braun" wieder einen Marktanteil von 16 Prozent erzielen konnten, war dieser im Jahr 1980 bereits wieder auf unter zehn Prozent gesunken. Auch im Jahr 1981 steigerte sich der Marktanteil deutscher Produktionen aufgrund einiger   "Ausreißer" wie "Christiane F. - Wir Kinder vom Bahnhof Zoo", "Theo gegen den Rest der Welt", "Das Boot", "Lili Marleen" und "Lola" auf 18,7 Prozent, ein Jahr später jedoch sollten es wieder nur 11,3 Prozent werden. Die Masse der geförderten Filme spiele, wie der HDF beklagte, nur ein bis neun Prozent ihrer Herstellungskosten im Kino wieder ein. Aus Sicht des Filmtheater-Verbandes war aus dem Filmförderungsgesetz ein "bequemes Selbstbedienungsinstrument" für die Produzenten geworden, bei dem die möglichst risikolose Finanzierung des Einzelprojekts im Vordergrund stand - nicht dessen Erfolg beim Kinopublikum.    
           
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