Schutzfristen  
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Die von den HDF-Mitgliedern im Juni 1982 geforderten Schutzfristen für die Erstauswertung von Kinofilmen, die die Verleiher freiwillig einhalten sollten, lagen aus Sicht des Filmtheaterbranche auch im Interesse der Produzenten, zum einen, weil das Kino nach wie vor der bedeutendste Amortisationsfaktor war, zum anderen wegen der kaum zu überschätzenden Werbewirkung durch Premiere und Erstauswertung eines Films

   

 

 

Yasemin
"Yasemin", BRD 1988, R.: Hark Bohm
           
 
Theo gegen den Rest der Welt
"Theo gegen den Rest der Welt", BRD 1980, R.: Peter F. Bringmann
  im Kino. Auch das Fernsehen schien, was solche Schutzfristen vor der Videoauswertung anging, ein Verbündeter. FFA und Verleiher brachten schon 1982 immerhin jeweils 200.000 Mark zum Kampf gegen die Videopiraterie auf, und es gab Hoffnung, schon bald könne eine Gesetzesänderung Videopiraterie zum Offizialdelikt machen und so für wirksamere Bekämpfung sorgen. Im Oktober 1982    
           
 
Jenseits von Afrika
"Jenseits von Afrika", USA 1985, R.: Sydney Pollack
   
           
  erarbeiteten Verleiher und Filmtheater in ihrer Arbeitsgemeinschaft einen Kompromiss, der - einem allgemeinen ausländischen Trend folgend - eine reguläre Schutzfrist von sechs Monaten nach dem Filmstart im Kino vorsah. Auch gelang es dem HDF, eine entsprechende Schutzfrist in den FFA-Richtlinien zur Projektförderung zu verankern. Von November 1982 an führte der HDF Verhandlungen mit dem Bundeskartellamt, um eine sogenannte "Mittelstandsempfehlung" durchzusetzen, in der die Schutzfristvereinbarung mit den Verleihern fixiert war. In drei von vier zentralen Punkten herrschte mit den   Verleihern Einigkeit: Schutzfrist von sechs Monaten, Werbeverbot für die Videoauswertung bis zu einem Monat vor dem Videostart, und ausgemachte Kinoversager sollten schon vor Ablauf der sechs Monate auf die Videoschiene dürfen. Keine Einigung gab es allerdings hinsichtlich der HDF-Forderung nach Filmmietenreduktion bei Schutzfristverletzung. Es dauerte noch bis zum 24. Mai 1984, bis das Bundeskartellamt eine Videoschutzfristregelung als Mittelstandsempfehlung von Filmtheater- und Verleiherverband endgültig akzeptierte.    
       

 

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