WdF Ost  
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Zum Zeitpunkt des Beitritts zur Bundesrepublik existierten in den Neuen Ländern noch 834 Spielstellen in 15 Bezirksfilmdirektionen, darunter etliche Sommerkinos und hochsubventionierte Kleinstspielstellen, 1991 war davon nur noch die wirtschaftlich lebensfähige Hälfte übrig. Unmittelbar nach den Privatisierungsentscheidungen der Treuhandanstalt, von denen zunächst

   

 

 

noch die Filmtheater Ost-Berlins ausgenommen waren, konstituierte sich im Dezember 1991, unterstützt durch den HDF, der Wirtschaftsverband der Filmtheater Ost e.V., dessen Geschäftsstelle für die ersten Jahre noch in Wiesbaden war, bevor sie schließlich mit der des Berliner Verbandes zusammengelegt wurde.
           
  Kaspar Hauser   Kaspar Hauser    
 
"Kaspar Hauser", D 1992, R.: Peter Sehr
   
           
  In den Neuen Ländern begegnete der HDF wieder einem längst überwunden geglaubten Problem: der Vergnügungssteuer. Zahlreiche Kommunen waren bei der Suche nach Einnahmequellen für ihre Gemeinden auf die wenig originelle Idee verfallen, Vergnügungssteuer auf Kinobesuche zu erheben. Aber angesichts von in jahrzehntelangem Vergnügungssteuerkampf gewonnener   Erfahrung trafen die Gemeinden auf einen ebenso präparierten wie überlegenen Gegner, und nach einigen Monaten zäher Verhandlungen vor Ort gelang es HDF, Ost-Verband und lokalen Kinobetreibern, alle Gemeinden von Ausnahmeregelungen für Filmtheater zu überzeugen: Mitte 1992 wurde - außer bei pornografischen Filmen - nirgendwo in Deutschland mehr Vergnügungssteuer für Filmvorführungen erhoben.    
       

 

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