Die Konkurrenz etabliert sich  
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Auch beim nächstjährigen Deutschen Filmtheater-Kongress in Baden-Baden vom 31. März bis zum 2. April 1992 war der Multiplex-Boom das beherrschende Thema - mit dem sich fortan ein neues Präsidium auseinanderzusetzen hatte. Nach zwölfjähriger Amtszeit machten Herbert Strate und Artur Mest den Weg für eine neue Generation frei, und die Mitgliederversammlung des HDF wählte Steffen Kuchenreuther mit großer Mehrheit - und den Stimmen der Riech'schen Wirtschaftsvereinigung - zum Präsidenten.

   

 

 

Angela Lipp-Fläxl aus Freising und der Mindener Manfred Bischoff wurden Vizepräsidenten. Herbert Strate blieb dem HDF als Ehrenpräsident erhalten; seine Ämter als Vorsitzender von Verwaltungsrat und Präsidium der Filmförderungsanstalt übte er bis Februar 1999 aus. Auch die Mitgliedsstruktur des HDF änderte sich anlässlich der Baden-Badener Mitgliederversammlung: der Wirtschaftsverband der Filmtheater Ost wurde offiziell und einstimmig in den HDF aufgenommen.
           
 
Steffen Kuchenreuther und Wolf-Dietrich von Verschuer
Steffen Kuchenreuther und Wolf-Dietrich von Verschuer
   
           
  Die Multiplex-Ketten machten dem HDF zwar nach wie vor die größten Sorgen, aber trotzdem kündigte sich eine differenziertere Sicht der Multiplex-Konkurrenz an. Die Baden-Badener Entschließung warnte zwar noch einmal vor dem Verschwinden der mittelständischen Struktur und dem Entstehen von Kinowüsten, was den Appell an die - marktbeherrschenden - Verleiher einschloss, im Sinne von Chancengleichheit für alle Filmtheater zu handeln - Kartellbehörden in Hamburg und München hatten erstmals Verleiher gezwungen, Startkopien auch an Nachspieler auszuliefern-, die Leihmieten nicht weiter direkt oder indirekt zu erhöhen und keine weiteren regionalen   Filialen zu schließen. Aber der neue HDF-Präsident Kuchenreuther forderte auch, den Tatsachen Rechnung zu tragen. Man müsse überdenken, einerseits ob und unter welchen Bedingungen die Multiplexe in die Verbände integriert werden könnten - bislang war noch keines der zusammen inzwischen achtzig Leinwände starken Multiplexe in die Mitgliedsverbände eingetreten -, andererseits wie die Verbandsstruktur effizienter zu gestalten sei. Tatsächlich wurden die Cinemaxx-Betriebe der Flebbe-Gruppe im Jahr 1992 in den Mitgliedsverband Nord-West aufgenommen, aber Warner und UCI zeigten noch bis Mitte des Jahrzehnts kein Interesse an einer Verbandsmitgliedschaft.    
       

 

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