Kino in Trümmern  
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"Wiederaufbau" hieß das Schlagwort in den ersten Jahren nach dem Kriegsende, und auch für die Kinobranche war es wortwörtlich zu nehmen. Nur rund 1000 Lichtspieltheater, viele von ihnen in der wenig zerstörten Provinz, spielten Ende 1945, häufig in provisorisch hergerichteten Gebäuden. Wer ein Kino betreiben wollte, brauchte eine Lizenz von den Militärbehörden, brauchte Bezugsscheine für Eisen, Holz und Leim. Weil Heizmittel knapp waren, brachten Zuschauer Briketts mit, um sich die Wochenschauen der Alliierten und - je nach Zone - hauptsächlich Hollywood-Filme, britische oder französische Produktionen in Originalfassung mit deutschen Untertiteln anzusehen; außerdem liefen auf den Leinwänden von "Trizonesien" sogenannte Reprisen, deutsche Filme, die vor 1945 entstanden waren und die die Zensur der Militärbehörden passiert hatten. Das von den Alliierten bestimmte Kinoprogramm diente auch Zwecken der re-education: Den Filmbildern von der Befreiung der Konzentrationslager sollten sich möglichst viele Deutsche aussetzen, weshalb der Nachweis des Kinobesuchs mancherorts an die Ausgabe der Lebensmittelkarte gekoppelt war.

 

Die letzte Chance
"Die letzte Chance", CH 1944/45, R.: Leopold Lindtberg, deutsche Erstaufführung in München, 1946

Garrison-Cinema
Aus dem Asta-Nielsen-Theater wird das Garrison-Cinema, für Besatzungsmacht und Zivilisten

 

 

 

 

 

 
 
     

 

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