Wirtschaftswunder  
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  Volle Häuser, volle Kassen: die Kinos wurden zu lohnenden Investitionsobjekten. In den Wiederaufbaujahren, in denen sich viele Städte wie Hannover oder Frankfurt am Main für einen radikalen Neuanfang entschieden und noch vorhandene alte Bausubstanz zerstörten, entstanden auch neue, große Kinobauten im Stil der Zeit: mit geschwungenen asymmetrischen Sälen, deren Wände mit gefaltetem Stoff bespannt und raffiniert angestrahlt waren; mit weit in den Raum ragenden Galerien und freitragenden, bogenförmigen Treppen in den großzügigen Foyers, die von schwebenden Lichtbändern beleuchtet waren und mit ihren eleganten Süßwarenständen und Garderoben eher an Wandelhallen erinnerten. Verspieltes war angesagt: italienische Glasmosaiken, leichtes Fünfziger-Jahre-Kunsthandwerk an den Wänden, Farborgeln und Wasserspiele vor den üppigen Vorhängen. Das Kino, gestern noch eine Art Notunterkunft in schwerer Zeit, wurde zum Palast der Wirtschaftswunder-Gesellschaft.  
Thalia-Theater in Wuppertal
Kino Thalia-Theater, Wuppertal, 1950

 

 

 

 

 

 

       

 

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