Konzentrationsprozesse  
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Globalisierung hieß das ökonomische Schlagwort der Neunziger, und diese Globalisierung erfasste auch die Filmtheaterbranche. Schon seit Jahrzehnten dominierte das Hollywood - Kino das Filmangebot in Deutschland - wie in Europa -, nun aber traf die Internationalisierung auch die Filmtheater selbst. Milliarden, die ausländische Investoren in neue Filmtheater pumpten, sollten den deutschen Markt aufrollen.

 
Cinestar - Der Filmpalast in Dortmund
Das Multiplexkino Cinestar - Der Filmpalast, Dortmund, 1997
 

 

 

 

 

           
  Kinopolis Main Taunus in Sulzbach
Multiplexkino Kinopolis Main Taunus, Sulzbach, 1994
 

Multiplex nannte sich der neue Kinocentertyp, mit dem die immer größer werdenden Ketten den Verdrängungswettbewerb gegen die etablierte Konkurrenz - und schließlich untereinander - führten und das Ende einer durch den Mittelstand geprägten Kinolandschaft einläuteten. Die Besucher stimmten mit den Füßen über die Multiplexe ab, die sich in den USA und

   
           
  Großbritannien bereits als höchst erfolgreich erwiesen hatten. Aber auch eingesessene deutsche Unternehmer hatten die Zeichen der Zeit erkannt. Zwar baute die US-amerikanische UCI in Köln-Hürth 1990 das erste der großzügig konzipierten Multiplex-Kinocenter, aber Hans-Joachim Flebbe, der sich in den siebziger und achtziger Jahren für ein luxuriöses Kinoerlebnis stark gemacht und die Gegenbewegung gegen die Riech'schen Schachtelkinos angeführt hatte, zog postwendend nach: im März 1991 eröffnete das erste Cinemaxx der Flebbe-Kette, und das nicht auf der grünen Wiese, sondern mitten in Hannover. Mochten die Multiplexe in der Provinz stark von zusätzlichen Besuchern leben, Multiplexe in den Innenstädten gruben vielen etablierten Betrieben das Wasser ab.  
Cineworld in Dettelbach/Würzburg
Cineworld, Dettelbach/Würzburg, 1999
   
     

 

   
       

 

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